Arbeitslosigkeit
Nach den Reformen sinkt in Deutschland die Arbeitslosigkeit deutlich, während sie in der Europäischen Union ansteigt. Insbesondere geht die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland zurück.

Die Reformen des Arbeitsmarkts und der Arbeitslosenversicherung gehen zurück auf Vorschläge einer Expertenkommission unter Leitung von Peter Hartz und werden daher auch “Hartz-Reformen” genannt. Hierzu zählten eine Ausweitung von Zeitarbeit und geringfügig bezahlter oder kurzfristiger Beschäftigung, ein Rechtsanspruch auf Teilzeitbeschäftigung und die Förderung von Unternehmensgründungen. Der Kündigungsschutz wurde reformiert, um Neueinstellungen in Kleinbetrieben zu erleichtern, die Möglichkeiten zur Frühverrentung eingeschränkt, um mehr ältere Menschen in Arbeit zu halten und das Handwerksrecht liberalisiert, um Betriebsgründungen zu erleichtern. Im Mittelpunkt der öffentlichen Debatten stand die Neuorganisation der Absicherung von Arbeitslosen, die ineffiziente und parallel existierende Systeme (Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe) zusammenführte und die Bezugsdauer der Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung neu regelte. Seit der Reform wird im Falle der Arbeitslosigkeit zeitlich begrenzt ein Arbeitslosengeld I, das sich am letzten Einkommen orientiert, danach unbefristet als Grundsicherung ein Arbeitslosengeld II (umgangssprachlich auch „Hartz IV“) gezahlt. Durch das Prinzip „Fordern und Fördern“ erhöhte sich der Druck auf Arbeitslose, zumutbare Arbeit anzunehmen, zugleich verbesserten sich die Qualifizierungs- und Vermittlungsangebote für Arbeitslose.