Foto: Bundespresseamt/Bernd Kühler

Wie seine Vorgänger im Amt des Bundeskanzlers trat Gerhard Schröder dafür ein, dass Deutschland sich seiner geschichtlichen Verantwortung bewusst blieb und die nachfolgenden Generationen über die Verbrechen des Nationalsozialismus aufklärte. Zentrales Projekt war die Gründung der “Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft”, die mehr als 1,6 Millionen ehemalige Zwangsarbeiter entschädigte, die unter Hitler-Deutschland unmenschliches Leid erfahren hatten. Der Bau eines Denkmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin wurde im Jahr 1999 vom Bundestag beschlossen und konnte sechs Jahre später zusammen mit einem Informationszentrum eröffnet werden. Gerhard Schröder vertrat Deutschland im Jahr 2000 bei der Internationalen Holocaust-Konferenz in Stockholm,  bei der sich 40 Staaten dazu verpflichteten, das Gedenken an den Holocaust wach zu halten und Antisemitismus und Rassismus konsequent zu bekämpfen. Im Jahr 2001 wurde das Jüdische Museum in Berlin eröffnet und in eine Bundesstiftung umgewandelt. Am 27. Januar 2003, dem Holocaust-Gedenktag, unterzeichnete Gerhard Schröder den ersten Staatsvertrag mit dem Zentralrat der Juden in der deutschen Geschichte, den dieser als einen großen Vertrauensbeweis der in Deutschland lebenden Juden in Gesellschaft und Demokratie wertete. In den Jahren 2004 und 2005 – 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges – vertrat Gerhard Schröder Deutschland bei den internationalen Veranstaltungen, so beim Gedenken an die Landung der Alliierten in der Normandie, an die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald, an den Warschauer Aufstand und in Moskau an das offizielle Kriegsende.

Weitere Informationen:

Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft (externer Link)

Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Zentralrat der Juden in Deutschland (externer Link)

Rede von Gerhard Schröder anlässlich des 60. Jahrestags des Warschauer Aufstandes am 1. August 2004

Rede von Gerhard Schröder anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung der nationalsozialistischen Lager am 10. April 2005