Schröder und Vucic in Belgrad
Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder und der designierte serbische Ministerpräsident Aleksandar Vucic beim “Forum Serbien Deutschland” am 10. April 2014 in Belgrad (Foto: FoNet).

»Die Europäische Union und Deutschland wollen einen politisch stabilen, wirtschaftlich prosperierenden Balkan. Dies heißt auch, dass sie Serbien auf seinem nicht leichten Weg nach Europa wo immer möglich unterstützen werden.« Gerhard Schröder bei der Gründungsveranstaltung des “Forum Serbien Deutschland” in Belgrad, an der auch der designierte Ministerpräsident Aleksandar Vucic und Ruzica Djindjic, die Witwe des 2003 ermordeten Minsterpräsidenten Zoran Djindjic, teilnahmen.

 

Auszüge aus der Rede:

 

»Für Deutschland ist Serbien das Schlüsselland auf dem Balkan.  Die amtierende serbische Regierung hat die Beziehungen zu allen Staaten in der Region substantiell verbessert, insbesondere auch zu Kroatien und Bosnien-Herzegowina.  Das Abkommen vom 19. April 2013 zwischen Belgrad und Pristina über die Normalisierung der Beziehungen war ein wichtiger Schritt, der Stabilität auf dem Balkan schafft.  Viele Fragen im Verhältnis zwischen Belgrad und Pristina sind noch offen, doch ich bin sicher, dass diese gelöst werden können.  Fest steht: Serbien ist heute ein konstruktiver Akteur und Stabilitätsanker auf dem Balkan. Die europäische Einigung ist ohne die Länder des Westlichen Balkan nicht vollständig.  Die Aufnahme der Beitrittsverhand­lungen zwischen der EU und Serbien am 21. Januar dieses Jahres war ein historischer Moment.  Der EU-Beitritt Serbiens und der anderen Länder des Westbalkan liegt im ureigenen Interesse der Europäischen Union und meines Landes.  Die Europäische Union und Deutschland wollen einen politisch stabilen, wirtschaftlich prosperierenden Balkan. Dies heißt auch, dass sie Serbien auf seinem nicht leichten Weg nach Europa wo immer möglich unterstützen werden.  Der Wunsch der serbischen Regierung, spätestens im Jahr 2020 Mitglied der Europäischen Union zu sein, ist realistisch, wenn Serbien die notwendigen Reformen in allen Bereichen energisch angeht.  Dies ist die Erwartung, die mit dem Votum der Parlamentswahlen vor drei Wochen verbunden ist, gerade mit Blick auf grundlegende Reformen in Wirtschaft, Verwaltung und Justiz. Es ist ein gutes Zeichen, dass im neu gewählten serbischen Parlament erstmals nur noch Parteien vertreten sind, die sich für die EU-Mitgliedschaft Serbiens einsetzen.  Die Zukunft Serbiens liegt in der Europäischen Union. Das entspricht der Geschichte und der Identität Ihres Landes – und das war auch, verehrte Frau Djindjic, die Vision Ihres Mannes.  Seine Vision sollte eine Verpflichtung sein, den Weg nach Europa konsequent fortzusetzen.«

 

Quelle: Auszug aus dem Manuskript der Rede von Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder anlässlich der Eröffnung des “Forum Serbien Deutschland” am Donnerstag, 10. April 2014 in Belgrad (Serbien).