Bundeskanzler von 1998 bis 2005
Helmut Kohl gratuliert Gerhard Schröder zur Wahl zum Bundeskanzler am 27. Oktober 1998 (Foto: Marco Urban)

Nach dem Sieg bei der niedersächsischen Landtagswahl 1998 wird Gerhard Schröder zum SPD-Kanzlerkandidaten nominiert. Bei der Bundestagwahl 1998 gewinnt die SPD 40,9% und wird damit erstmals seit 1972 wieder stärkste Partei. Gerhard Schröder wird am 27. Oktober 1998 vom Bundestag zum Bundeskanzler gewählt. Er bildet eine rot-grüne Bundesregierung. Im Jahr 1999 übernimmt er nach dem Rücktritt von Oskar Lafontaine auch den Vorsitz der SPD, den er im Jahr 2004 an Franz Müntefering abgibt. Zur Bundestagswahl 2002 tritt Gerhard Schröder wieder als Spitzenkandidat an. Es gelingt der SPD mit 38,5% erstmals bei zwei aufeinander folgenden Bundestagswahlen stärkste Partei zu werden. Gerhard Schröder bildet erneut eine rot-grüne Regierung. Die Jahre 2003 bis 2005 sind vom Irak-Krieg und von der Agenda 2010 geprägt, die jedoch nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in Teilen der SPD umstritten ist. Da Gerhard Schröder um die politische Mehrheit im Bundestag fürchtet, stellt er am 01. Juli 2005 im Parlament die Vertrauensfrage, mit dem Willen, Neuwahlen herbeizuführen. Es geht ihm um ein neues Mandat, um die aus seiner Sicht notwendige Reformpolitik fortzusetzen. Bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2005 wird die SPD mit 34,2% knapp von CDU/CSU (35,2%) geschlagen. Da die rot-grüne Koalition ihre Mehrheit verloren hat, wird eine neue Koalition aus CDU, CSU und SPD unter Führung von Angela Merkel gebildet, die am 22. November 2005 vom Bundestag zur Bundeskanzlerin gewählt wird. Gerhard Schröder legt sein Bundestagsmandat nieder und zieht sich aus der aktiven Politik zurück.