Gerhard Schröder als junger Anwalt 1977 in Hannover
Gerhard Schröder als junger Anwalt 1977 in Hannover (Foto: AP-Photo/Fratzer).

Nach dem Besuch der Volksschule 1950 bis 1958 macht Gerhard Schröder zunächst eine Lehre als Einzelhandelskaufmann in einem Gemischtwarenladen in der Kleinstadt Lemgo. Wegen der Armut der Familie, die sich das Schulgeld nicht leisten konnte, war der Besuch einer weiterführenden Schule nicht möglich. Gerhard Schröder nutzt jedoch den zweiten Bildungsweg, um höhere Abschlüsse zu erreichen. Er zieht 1962 in die Universitätsstadt Göttingen und erwirbt dort neben der Arbeit in einem Eisenwarenhandel an einer Abendschule die Mittlere Reife. 1963 wechselt er an ein Bildungsinstitut, das jungen Erwachsenen ermöglicht, das Abitur zu erlangen. Mit 22 Jahren beginnt Gerhard Schröder ein Jurastudium an der Georg-August-Universität in Göttingen. Sein Studium finanziert er durch ein Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung und durch die Arbeit auf dem Bau. 1971 legt er sein erstes Staatsexamen ab. Die Examensarbeit beschäftigt sich mit dem damals politisch strittigen Thema der Berufsverbote. Im Anschluss daran leistet er sein Referendariat in einer Anwaltskanzlei und am Landgericht Hannover ab und beendet seine Ausbildung zum Juristen 1976 mit dem zweiten Staatsexamen. Er tritt in eine Anwaltskanzlei in Hannover ein, 1978 macht er sich mit einer eigenen Anwaltskanzlei selbstständig.