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Atomausstieg und Energiewende

Atomausstieg

Am 11. Juni 2001 unterzeichnen Kanzler Schröder, Umweltminister Trittin (re.) und der Vorstandsvorsitzende des Energieversorgers E.ON Hartmann (li.) den Atomausstieg (Foto: Marco Urban).

Gerhard Schröder vereinbarte im Jahr 2000 mit den deutschen Energieversorgungsunternehmen einen Konsens für einen Ausstieg aus der Atomkraft. Die Wiederaufarbeitung der Kernbrennstäbe wurde beendet und die Entsorgung radioaktiver Abfälle auf standortnahe Zwischen- und Endlager beschränkt. Damit endete eine der heftigsten gesellschaftlichen Auseinandersetzungen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die gewaltsamen Proteste an Nuklearstandorten wie Wackersdorf, Brokdorf und Gorleben waren zu Symbolen des Konfliktes geworden. Mit dem Atomausstieg vollzog sich auch eine Wende in der Energiepolitik, der mit dem Begriff der „Nachhaltigkeit“ überschrieben war. Dazu zählten vor allem die Förderung der Erneuerbaren Energien durch ein Gesetz (EEG), das die bevorzugte Einspeisung von Ökostrom ins Netz regelte und den Erzeugern einen festen Mindespreis garantierte. Dieses Gesetz, das die Markteinführung von Ökostrom erheblich förderte, dient inzwischen weltweit mehr als 60 Ländern als Vorbild. In Deutschland verdoppelte sich von 1998 bis 2005 der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung und trug dazu bei, dass Deutschland heute international ein Vorreiter für eine ressourcenschonende und klimaschützende Energiepolitik ist. Der Atomausstieg wurde im Jahr 2010 von der Nachfolgeregierung unter Bundeskanzlerin Merkel rückgängig gemacht. Wenige Monate später wurde der Ausstieg jedoch wieder beschlossen – als Reaktion auf eine Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima.

Weitere Informationen: Statement von Gerhard Schröder zum Atomkonsens

 

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