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Das Nein zum Irak-Krieg

Das Nein zum Irak-Krieg

Zur Verhinderung des Irak-Krieges bildeten Deutschland und die beiden Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat Frankreich und Russland eine Allianz. Frankreichs Präsident Chirac (li.), Russlands Präsident Putin (Mitte) und Kanzler Schröder, hier bei einem Treffen im Jahr 2004, stimmten sich eng ab (Foto: DPA)

Im Sommer 2002 kündigte Gerhard Schröder an, dass sich Deutschland unter seiner Führung nicht an einem Krieg gegen den Irak beteiligen werde. Er war von den wechselnden Kriegsbegründungen, die von der US-Regierung vorgebracht wurden, unter anderem die angebliche Existenz von Massenvernichtungswaffen, nicht überzeugt. Gerhard Schröder blieb standhaft bei seinem Nein und bildete ein Bündnis mit dem französischen Präsidenten Chirac und dem russischen Präsidenten Putin. Obwohl die Menschen in Europa den Krieg mehrheitlich ablehnten, gelang es den europäischen Regierungen nicht, sich auf eine gemeinsame Haltung zu verständigen. In einem öffentlichen Aufruf unterstützen die acht Staats- und Regierungschefs von Spanien, Portugal, Italien, Großbritannien, Tschechien, Ungarn, Polen und Dänemark den Irak-Krieg. Auch die damalige Opposition im Bundestag unter Führung von Angela Merkel stand einer Beteiligung Deutschlands am Krieg offen gegenüber. Die USA begannen im Rahmen einer „Koalition der Willigen“ am 20. März 2003 den Krieg, der zum Sturz des Regimes von Saddam Hussein führte. Nach Kriegsende wurden keine Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden. Die letzten US-Truppen wurden im Jahr 2011 aus dem Irak abgezogen. In diesem Krieg und während der sich anschließenden bürgerkriegsähnlichen Situation sind nach unabhängigen Schätzungen mindestens 100.000 Menschen gestorben.

Weitere Informationen: Fernsehansprache von Gerhard Schröder nach Beginn des Irak-Krieges am 20. März 2003

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